Dienstag, 27. Januar 2015

Post-apologetischer Katholizismus

Aus der sonntäglichen Ansprache des gegenwärtigen Papstes greift Rorate caeli zwei Formulierungen heraus. Der Redner weise den „apologetischen Ansatz“, der in der Vergangenheit zu so vielen Streitigkeiten zwischen Christen geführt habe, zurück.

Die Definition „Apologetik … bezeichnet die Verteidigung einer (Welt-)Anschauung, insbesondere die wissenschaftliche Rechtfertigung von Glaubenslehrsätzen, und jenen Teilbereich der Theologie, in dem man sich mit der wissenschaftlich-rationalen Absicherung des Glaubens befasst.“ lässt sich durch einige Anekdoten veranschaulichen, die ein gewisser Matthäus freundlicherweise in seinem zwölften Kapitel zusammengestellt hat.

„Die christliche Einheit“, lehrt der gegenwärtige Papst weiter, „wird nicht die Frucht scharfsinniger theoretischer Diskussionen sein, bei denen jede Seite versucht, den anderen von der Stichhaltigkeit seiner Ansichten zu überzeugen“.

Hätte Jesus das rechtzeitig gewusst, hätte er sich das sparen können.

Aber der gegenwärtige Papst ist da weiter und scheint es eher mit Johannes zu halten, wo es heißt: „Warum rede ich überhaupt noch mit euch?“ und später „Warum versteht ihr nicht, was ich sage? Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören.“ und schließlich „Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?“.

Wenn man eh nicht verstanden wird, braucht man auch keine theoretische Apologetik, klar.

Aber halt – was genau macht Jesus da die ganze Zeit eigentlich?

Kommentare:

  1. >>Aber halt – was genau macht Jesus da die ganze Zeit eigentlich?<<

    "Amen, ich sage euch: Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen." Das sagt ja wohl alles. Es ist momentan hierzulande und anderswo besser man hört genau hin, was im Evangelium von (und nicht über) Jesus gesagt wird und schaltet dann rechtzeitig ab, was das Gros der Pfarrer in den Predigten davon übrig lässt. Da bleibt meistens nichts übrig, über was es lohnt nachzudenken.

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    1. Die Versuchung sich die ganzen theoretischen Gedankengebäude zu sparen ist, gerade heutzutage halt sehr groß auch und gerade weil vieles von dem was da an Denkgebäuden so auf uns zukommt seine Wurzel eher im Wolkenkuckkucksheim zu haben scheinen, denn in der Offenbarung, den Sakramenten und dem täglichen Leben vulgo gesunder Menschenverstand geheißen.
      Aber wenn man all diese Leute Revue passieren lässt, die behaupten dass sich wahlweise, Jesus, der Heilige Geist oder Gott höchstpersönlich an ihre Bettkante setzt um ein bisschen zu plaudern (ich meine das durchaus ökumenisch, sogar interreligiös und empfehle mal ein bisschen in die freien Kirchen hineinzuschnuppern. oder mal mit Mormonen zu plaudern, oder sich überhaupt mit der Entstehung anderer Religionen (z.B Islam)).
      ALso wenn man das macht, so kommt man drauf, dass Theologie sein muss,. wenn nicht jeder die eigenen Gedanken als allgemeinverbindliche und absolute Wahrheit verkaufen soll.
      Oder wir uns von der Idee verabschieden müssen, dass es eine Wahrheit (Christus) überhaupt geben kann. Womit wir dann beim Problem wären, "was machen wir mit denen die der Ansicht sind, ihre Wahrheit gebiete alle anderen platt zu machen, oder auch nur beständig diskutieren zu müssen?"

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